Ahrtal...ein Fazit
- Tobias Wensauer

- 3. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Juni
Dieser Text ist nicht durch eine KI entstanden. Es sind meine persönlichen Worte.
2021, Juli...
Ein Tiefdruckgebiet setzt sich über der Gegend des Ahrtales fest. Das bedeutet Regen. Viel Regen. In 48 Stunden teilweise bis zu 200 Liter auf einen Quadratmeter.
Die Ahr und Ihre Nebenflüsse steigen rasant an. Bald kann der Boden kein Wasser mehr aufnehmen. Die Entwässerungssyteme kommen an ihre Grenzen.
In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli kommt die Flut. Sie kommt in der Dunkelheit. Zu diesem Zeitpunkt wurden etwa 1000 bis 1500 Menschen aus dem Gebiet evakuiert. In den Dörfern, Städten und Gemeinden entlang der Ahr lebten damals bis zu 50.000 Menschen.
Die Wasserstände steigen dramatisch an. Innerhalb von Minuten werden ganze Dörfer überflutet. Viele sitzen in Ihren Häusern und Wohnungen fest. Kein Raus mehr...nur die Treppen rauf...
Bei der Flutkatastrophe verlieren 135 Menschen im Ahrtal das Leben. Ein Leben findet in Trier sein Ende. Eine weitere Person wird immer noch vermisst. Das jüngste Todesopfer war vier Jahre alt.
Die Meisten ertrinken. Viele werden im Schlaf überrascht. Auch in Ihren Autos ertrinken Menschen. Manche werden von Trümmern oder mitgerissenen Fahrzeugen erschlagen. Einige verlieren Ihr Leben durch Stromschläge.
Die Gesamtschäden werden auf etwa 40 Milliarden Euro geschätzt. Ganze Straßenzüge wurden weggerissen, Häuser und Brücken sind eingestürzt. Ortsteile müssen teilweise komplett neu aufgebaut werden.
Was bleibt sind unzählige Traumatas und zerstörte Existenzen.
Die indirekt Betroffenen, also wir, reagieren oft mit ungläubigem Kopfschütteln und betroffenen Blicken. Aber nicht zu lange...das Leben geht ja weiter. Bei uns kann sowas nicht passieren... Ich selbst wollte mit anpacken. Die Ärmel hochkrempeln und direkt vor Ort helfen. Es blieb Geschwätz...
Ich möchte auf das Davor und Danach dieser Katastrophe eingehen und dann mit einem Fazit enden.
Also was geschah dort davor, hätte geschehen müssen oder ist gar nicht geschehen?
bereits ab dem 11. Juli konnte man mit einem Extremhochwasser rechnen ( Seite 2036 bis Seite 2038 im Abschlussbericht )
mangelhafte Vorbereitung, keine Vorsorge im Vorfeld ( Seite 1599 und fortlaufend im Abschlussbericht )
geologische Besonderheiten wurden nicht berücksichtigt ( Seite 1599 und fortlaufend im Abschlussbericht )
am Nachmittag des 14. Juli erreichten erste Meldungen über das Hochwasser die Landesregierung ( Seite 2013 Abschlussbericht )
dann geschah in den Führungskreisen sehr lange nichts ( Seite 2013 fortlaufend im Abschlussbericht )
Was geschah unmittelbar danach? Natürlich unbeschreibliche Nächstenliebe und Unterstützung! Anders ist ein Wiederaufbau wohl gar nicht möglich. Ich möchte aber auf etwas Anderes hinweisen.
vom 14. Juli 2021 bis zum 09.September 2021 kam es zu 228 Eigentumsdelikten
es wurde gestohlen, wo es nur ging
das betrifft nur den Raum Ahrweiler und nicht das gesamte Flutgebiet ( die Gesamtzahl konnte ich nicht klar definieren )
Mein persönliches Fazit
Jegliche Verantwortung an Politiker oder Karrieristen abzugeben und blind darauf zu vertrauen, daß diese schon das Richtige tun werden, ist grob fahrlässig und dringendst zu vermeiden.
Es gilt, das Maximum an Eigenverantwortung für Familie und Besitz zu zeigen. Die Abhängigkeit von Allem was von außerhalb zu mir kommen muss, soll vermieden werden.
Wenn die Not am Größten ist, zeigen sich die wahren Gesichter. Leider kommen auch die Ratten aus Ihren Löchern gekrochen.
Ich ende mit Gedanken an die vielen Toten und deren Angehörige, den langen und zähen Kampf des Wiederaufbaues mit allen, auch typisch deutschen Problemen und Hürden und die unzähligen, tapferen Seelen, die gerettet, versorgt und betreut haben.
Tobi





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